KARL HAUPTMANN Alles Geniales ist einfach. Gerade in der Einfachheit verbergen sich die Zuverlässigkeit, Haltbarkeit und Schönheit. Und das betrifft nicht nur Waffen, sondern alles, was uns umgibt. Jedoch gerade in der Fähigkeit eine einfache Lösung zu finden, zu fühlen, zu erblicken, verbirgt sich die Genialität eines Meisters, der Meisterwerke schafft.
Die moderne Jagdwaffe ist so vollkommen, dass bei der gebührenden Handhabung sie mehreren Jägergenerationen dienen kann. Doch die handgemachten Gewehre unterscheiden sich vorteilhaft von den maschinengemachten Waffen. Sie haben beste Balance, Anpassung von Teilen. Stückwaffen sind langlebiger, zeichnen sich durch künstlerische Abgeschlossenheit, Stil, weil meistens der Stückmeister Konstrukteur, Technologe und Designer ist. In der Regel beschäftigen sich mit der Anfertigung der Stückwaffen die Erbmeister, die ihre Geheimnisse von einer Generation auf die ändere fortpflanzen.

Die Waffenfirma von Karl Hauptmann ist ziemlich jung. Stammvater der Waffendynastie ist Karls Vater Georg Hauptmann, der in Ferlach (Österreich) die Waffenwerkstatt eröffnet hat. Das geschah nach dem Ersten Weltkrieg. Heute existiert diese Firma schon nicht, doch in der Hauptmanns Familie werden die Waffenmuster, die von Georg am Anfang des 20.
Jahrhunderts angefertigt wurden, behutsam aufbewahrt. Karl beschloss in Vaters Fußtapfen zu treten. Er arbeitete zuerst in dem Waffenwerk Steyr, und im 1938 kehrte in Ferlach zurück und eröffnete Waffenfirma, die er mit eigenem Namen nannte.
Heute führen die Firma Karl und Gerd Hauptmann, der Sohn und Enkel des Begründers. Die Firma fertigt Doppelwaffen, Flinten und Büchsen mit dem Kaliber von der 22 bis zur 700 NE und von dem 12 bis zum 410 an. Jährlich wird bis 40 Waffenexemplare verschiedener Typen angefertigt. Es ist unmöglich eindeutig zu sagen, dass ein oder anderes Modell die Hauptwaffe der Firma ist. Doch die Namenskarte von Hauptmann ist waagrecht Kugeldrilling.
Warum sind drei Läufe waagrecht? Da gerade drin die Genialität der Konstruktion besteht. Solch eine Anordnung von Läufen gibt eine Reihe von Vorteilen. Erstens, ist der Fuß des Drillings klassischer Zusammenstellung (zwei Läufe oben und ein Lauf unten) immer schwerer als der Fuß des waagrechten Drillings bei anderen gleichen Bedingungen. Zweitens, das ist die Bequemlichkeit der Umladung. Ja die Umladung des unteren Laufs ist nicht immer so einfach. Und endlich dritter Vorteil. Bei der klassischen Lötung von zwei Läufen empfiehlt man für die Sicherstellung des Treffens eine Pause zwischen Schüssen von 5-7 Sekunden zu machen, um der erste Lauf nach dem Schuss abkühlen kann. Anders gesagt, ist die Pause notwendig, um die Thermoverformung des zweiten Laufs abzuwarten. Die Idee von Karl Hauptmann besteht darin, dass der Block aus drei Läufen eine harte Konstruktion darstellt, darum wird bei dem Schiessen den Mittellauf nicht verformt. Die Welthersteller lösen dieses Problem mit der Hilfe des „Auswiegens“ von Läufen auf unabhängigen Konsolaufhänger. So machen Krieghoff, Blaser und andere weltberühmte Waffenfirmen. Aber die Traditionen der Stückwaffen lassen solche Innovationen nicht zu.
Bei dem Drilling von Karl Hauptmann hat der Mittellauf die Rolle eines Thermodämpfers für Außenläufe. Er ist geschliffen, was die zusätzliche Robustheit dem Block gibt. Außerdem wird der Lauf als ein einheitliches Ganzes mit Laufhinterende, Visierklappe, Trageöse und Fliege. Die Seitenläufe können zylindrisch oder auch geschliffen sein. Jeder Lauf hat eigene Laufhinterende.
Die Konstruktion des Laufblocks erlaubt die großkalibrigen waagrechten Drillinge auf Rechnung der Breite von Unterlaufhaken zu verstärken. Ihre Breite beträgt für kleine Kaliber 10 mm. Für die Safari-Kaliber wird die bis 12 mm vergrößert. In der Regel werden Drillinge mit den Läufenkalibern 8х57IRS und 9,3х74R angefertigt. Der Drilling kann alle drei Läufe desselben Kalibers haben. Oder haben rechter und linker Lauf großes Kaliber und der Mittellauf muss unbedingt kleineres Kaliber haben.
Drillinge mit kleinen Kalibern haben Einheitsauszieher mit drei Füßen und die Rille für Spitze des Mittellaufes. Die großen Kaliber können mit einem Ejektor angefertigt werden.
Die Seitenläufe haben zwei Riegel auf einer Unterlageplatte, der Mittelriegel des Systems Blitz mit kurzer V-Feder befindet sich auf dem Untermantel. Drilling hat zwei Abzüge. Der Vorderabzug hat Schneller und ist nur für den Mittellauf bestimmt. Der Hinterabzug arbeitet in folgender Reihenfolge – das erste Drücken – Schuss aus dem rechten Lauf, das zweite Drücken – Schuss aus dem linken Lauf.
Für die Safari fertigt Karl Hauptmann waagrechte Drillinge mit dem Kaliber 470NE für Seitenläufe und dem Kaliber 8х75RS für den Mittellauf. Die Seitenläufe sind geschliffen mit Langlöchern für die Gewichtverringerung.
Die waagrechten Drillinge haben relativ geringes Gewicht. Das Gewicht des Drillings mit dem Kaliber 8х57IRS beträgt 3,66 kg, dabei seine Läufe 1,665 kg wiegen. Das Gewicht des Safari-Drillings mit Seitenläufenkaliber 470NE und Mittellaufkaliber 8х75RS ist 5,34 kg bei dem Läufengewicht von 2,64 kg.
Die waagrechten Drillinge von Karl Hauptmann werden auf einer Distanz von 75 m eingeschossen. Dabei wird die Kugelstreuung bis 60 mm zugelassen und der Mitteltreffpunkt überschreitet nicht die Grenze des Kreises mit dem Ausmaß von 40 mm. Bei der geringsten Diskrepanz den Einschiessenparametern werden die Läufe schonungslos losgelötet, und danach wird neue Verbindung und Lötung verwirklicht.